Lieblingsbehälter

Nachhaltigkeit to Go

Von Claudia Harbinger · 2016

 Ein Kaffeebecher aus Metall

Kaffeetassen und Becher sind so individuell wie ihre Besitzer. Nur beim schnellen Kaffee unterwegs herrscht Einheit in Form bedruckter Pappbecher mit Plastedeckel. Gut für die Umwelt sind die jedoch nicht. Immer beliebter werden deshalb tragbare Kaffeebecher für unterwegs – der Trend geht zu mehr Nachhaltigkeit.

Die einen füllen ihr geliebtes Heißgetränk in Omas Blümchenservice. Die anderen tragen im Büro große Henkelpötte mit markiger Aufschrift herum. Vom Fotoaufdruck der eigenen Katze bis zum Sammeldekor aus der Porzellanmanufaktur – der Individualität sind keine Grenzen gesetzt. Individuell wird es nun auch unterwegs. Zwar trägt der Coffeeaddict noch immer meist den Einwegbecher mit dem Logo der favorisierten Kaffeekette durch die Straßen – doch mehren sich bereits die wiederverwendbaren und damit nachhaltigen Coffee-to-go-Becher im Straßenbild. Und das ist auch gut so. Denn was für die einen ein Symbol ihres hippen Lifestyles ist, ist für andere eine ökologische Katastrophe. Der Pappbecher mit dem Plastedeckel ist zum Trend-Accessoire für Großstädter geworden. Rund 320.000 Kaffee-Einwegbecher werden nach Schätzung der Deutschen Umwelthilfe (DUH) stündlich in der Bundesrepublik benutzt. Das sind fast drei Milliarden Stück pro Jahr. Ihre Lebensdauer ist kurz: Nach durchschnittlich 15 Minuten werden sie zu Abfall. Viele werden nach dem Gebrauch achtlos weggeworfen und erzeugen ein Müllproblem auf Straßen, Plätzen und Grünanlagen. Hinzu kommt der Ressourcenverbrauch von Holz, Wasser, Erdöl und Energie für die Herstellung.

Hoher Ressourceneinsatz

Für die aus Papierfasern bestehenden Einwegbecher müssen Bäume gefällt werden. Für die Herstellung sind jährlich rund 64.000 Tonnen Holz, rund 1,5 Milliarden Liter Wasser und eine Energiemenge notwendig, mit der sich eine Kleinstadt ein Jahr lang versorgen ließe. Da anteilig auch Kunststoff zum Einsatz kommt – als Innenbeschichtung gegen das Aufweichen der Becher – wird zudem Rohöl für die Produktion benötigt. Ein durchschnittlicher Einwegbecher besteht nach Angaben der DUH zumeist zu fünf Prozent aus dem Kunststoff Polyethylen, hinzu kommen gegebenenfalls noch Plastikdeckel, Rührstäbchen, Papiermanschetten oder Tragehilfen aus Pappe. Oft wird einfach ein zweiter Becher über den ersten gestülpt, damit er sich aufgrund der Hitze besser tragen lässt. Für die Herstellung der Polyethylen-Beschichtungen der Becherinnenseiten sowie der Polystyrol-Deckel werden jährlich rund 22.000 Tonnen Rohöl verbraucht. Außerdem entstehen dabei CO₂-Emissionen von über 100.000 Tonnen pro Jahr. Aufgrund der aufgebrachten Kunststofffolie lassen sich die Becher nur schwer recyceln. Und auch Coffee-to-go-Becher mit Biokunststoffanteilen belasten die Umwelt nach Ansicht der Experten ähnlich stark wie normale Wegwerfbecher.

Mehr Nachhaltigkeit

Da sich der Trend zu mehr Nachhaltigkeit in Deutschland fortsetzt, gibt es auch bei den tragbaren Kaffeebechern umweltfreundlichere Lösungen. So sind inzwischen immer mehr abwaschbare Mehrwegbecher aus hochwertigem Kunststoff, Edelstahl, Porzellan, Keramik oder Glas im Angebot. Diese haben im Vergleich zu den herkömmlichen Coffee-to-go-Bechern weitere Vorteile: Sie sind stabiler, haben passgenauere Deckel, individuelle Höhen und Füllmengen und sie fassen sich besser an. Zum Teil sind sie sogar spülmaschinenfest und mikrowellengeeignet. Qualitativ hochwertige Mehrwegbecher sind komplett auslaufsicher, damit sie bedenkenlos in Tasche oder Rucksack verstaut werden können. Sie passen in den Getränkehalter im Auto, lassen sich leicht mit einer Hand öffnen und haben vielleicht sogar eine Rundum-Trinköffnung. Ein Anti-Rutsch-Boden sorgt für sicheren Stand. Kunden können zudem aus einer großen Bandbreite von Designs auswählen oder die Becher mit eigenen Fotos selbst gestalten.

Neuer Trend

Immer mehr Kaffeeläden und Kantinen erkennen die Zeichen der Zeit und bieten selbst Mehrwegbecher an. Es gibt sie innerhalb eines Pfandsystems oder zum Kauf. Manche produzieren sogar limitierte Sondereditionen zum Sammeln. Auch für die Händler bietet das Vorteile: Sie reduzieren ihren Materialverbrauch und schicken ihre Kunden als Markenbotschafter in die Welt. Um für die wiederverwendbaren Becher zu werben, gibt es häufig Angebote wie einen Rabatt oder ein kostenloses Nachfüllen. Das soll auch die Kunden ermutigen, die sich bisher noch dagegen sträuben, ihren eigenen Becher immer dabei zu haben. Einen Anreiz, sie nicht im Regal verstauben zu lassen, bieten übrigens die neuen farbigen Thermobecher. Sie halten bei winterlichen Temperaturen den Kaffee über mehrere Stunden heiß und machen ihren Besitzer zum Nachhaltigkeits-Trendsetter.

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