Wasser

Die Bohne mag es frisch und sauber

Von Katharina Lehmann · 2016

Luftblasen im Wasser

Bei der Verkostung im Geschäft schmeckte der neue Kaffee fruchtig, vollmundig und angenehm – zu Hause ist er fad und bitter. Ursache dafür kann auch das Wasser sein. Denn Chlor und Kalk sind wahre Aromakiller.

Für den Geschmack von Kaffee werden vor allem Aromen und ätherische Öle verantwortlich gemacht. Oft unterschätzen Kaffeeliebhaber dagegen die Bedeutung der Wasserqualität. Doch das schwarze Heißgetränk besteht zu 98 Prozent aus Wasser. Und auch wenn das Trinkwasser in Deutschland hervorragend ist – für den perfekten Kaffee ist es in vielen Regionen zu hart und zu chlorhaltig.

Chlor und Kalk schaden dem Aroma

Kalk im Leitungswasser führt nicht nur zu hartnäckigen Ablagerungen in Wasserkochern und Kaffeemaschinen. Er setzt auch den edlen Kaffeearomen mächtig zu: Denn im kalkhaltigen Wasser werden die feinen Fruchtsäuren neutralisiert, das Aroma kann sich nicht voll entfalten. Das ist besonders bei den säureintensiven hellen Röstungen der Arabica-Bohne problematisch. Mit zu hartem Wasser gebrüht, schmecken sie oft fad und bitter. Ideal ist eine Gesamthärte von vier bis acht Grad deutscher Härte (°dH) sowie eine Karbonathärte von drei bis sechs °dH. Zudem sollten Eisen- und Kupferwerte unter 0,5 Milligramm pro Liter und der Gesamtsalzgehalt bei 100 bis 200 Milligramm pro Liter liegen. Über die Wasserhärte in der heimischen Leitung informieren die Wasserwerke vor Ort. Wer es genau wissen will, kann aber auch Teststreifen bei Filterherstellern bestellen – in der Regel ist das kostenlos.

Gutes Wasser, guter Kaffee

Kaffeeliebhaber sollten ihr Wasser aber auch auf Rückstände überprüfen, rät der Deutsche Kaffee-Verband. Denn die optimale Zusammensetzung ist längst bekannt: Sauerstoffhaltig und mineralienreich sollte das Wasser sein, frisch und ohne erkennbaren Geruch oder freies Chlor. Auch in chlorhaltigem Wasser haben es die feinen und blumigen Kaffeearomen schwer, sich zu entfalten. Stattdessen sorgt das Desinfektionsmittel für einen bitteren Nebengeschmack. Auf Kriegsfuß stehen die Kaffeearomen aber auch mit anderen Schwermetallen. Zwar kommt in Deutschland nur bestes Trinkwasser aus dem Hahn, doch nicht jede Leitung hält, was sie verspricht. Vor allem in Altbauten kommen oft Schwermetalle aus den Rohrleitungen der Hausinstallation hinzu: So gelangen schnell Partikel verschiedener Metalle wie Eisen oder Kupfer, aber auch Rost oder Kalk- und Gipsablagerungen ins Trinkwasser. Auch diese Stoffe sorgen für einen bitteren und dünnen Kaffeegeschmack. Abhilfe schafft da meist ein Tischwasserfilter., der Kalk und Fremdstoffe einfach rausfiltert. Oftmals reicht es aber auch schon, nicht das Stagnationswasser aus der Leitung zu nehmen, sondern den Wasserhahn einige Zeit laufen zu lassen.

Leitungen und Geräte regelmäßig reinigen

Ebenso kann das regelmäßige Reinigen und Entkalken der Geräte für ungeahnte Geschmackswunder sorgen. Denn nicht nur die Rohrleitungen können geschmacksverändernde Stoffe absondern. Auch Kaffeemaschine und Wasserkocher geben mitunter Substanzen an das Wasser ab, die den Kaffee bitter machen. So setzen manche Siebträgermaschinen Blei, das mit dem Entkalkungsprozess aus den Bauteilen gelöst wird, frei, hat das Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) im Rahmen eines Forschungsprojektes herausgefunden. Und dieses Blei ist nicht ungefährlich, kann es doch in hoher Konzentration und bei regelmäßigem Konsum zu Kopfschmerzen,

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